Oskar der Schul- und Therapiehund

Auf dieser Seite möchte ich Sie über Oskar den Schul- und Therapiehund informieren.


Über die Tiergestützte Arbeit

Berits seit vielen Jahren werden Tiere in der Therapie und der pädagogischen Arbeit angewendet. Seit 1980 ist es durch die tiergestützte Therapie auch in Deutschland möglich von der mittlerweile intensiv erforschten Wirkung von Tieren auf unser Befinden zu profitieren.


Was bewirkt die Arbeit mit dem Hund?

 

Der "Therapiebegleithund" unterstützt die Arbeit eines Therapeuten oder Pädagogen durch den gezielten Einsatz und die Übernahme bestimmter Aufgaben innerhalb des Unterrichts und Therapiesettings.  Dabei geht der Hund, absolut wertfrei, freudig und Neugierig auf jeden Menschen zu. Über das Vertrauen zum Hund wird auch das Vertrauen zum Therapeuten und Lehrer intensiviert. Vor allem fördert der Hund somit sozio-emotionale Kompetenzen.

 

Im Musikunterricht und der Stimmbildung ist ein Therapiebegleithund vor allem einsetzbar, um:

 

- die Kontaktaufnahme zu erleichtern

- die Konzentrations- und Lernfähigkeit zu verbessern

- mehr Ruhe und Entspannung zu finden

- die Kommunikation zu unterstützen

- die Resilienz und den kohörenzsinn zu stärken

- das Selbstwertgefühl zu stärken

- Zugänge zur eigenen Stimme und damit einhergehende Akzeptanz zu erleichtern

- Körperkontakt zu ermöglichen

- Emotionen zu spiegeln

- Sing- und Sprechängste abzubauen

- persönliche Grenzen und Ängste zu überwinden

 

Der Hund funktioniert in meiner Arbeit wie ein Motor der Anreiz für Veränderungen schafft. Dabei kann der Hund die Patienten und Schüler begeistern, entspannen und vom Leistungsgedanken weg auf eine natürliche und spielerische Ebene bringen. Er fördert den Spaß am Spiel und am entdecken was für die Stimmbildnerische Arbeit ein extrem wichtiger Faktor ist. Zusätzlich wird die Kommunikation durch einen natürlichen Impuls angeregt: Um mit dem Tier interagieren zu können, wenn man dies wünscht, muss man mit ihm sprechen, es locken oder mit ihm spielen.

 

Was muss ein Therapiehund mitbringen?

 

Das wichtigste für einen Therapiehund ist ein freundliches, offenes, neugieriges und angstfreies Wesen. Er muss in der Lage sein mit unterschiedlichen Situationen, Menschen und Umgebungen souverän umzugehen. Dabei muss der Hund in jeder Situation absolut zuverlässig sein. Neben dem Grundgehorsam sollte ein Therapiehund eine gezielte Ausbildung abschließen die ihn für seine zukünftige Arbeit von nutzen ist. 

 

Der Therapiehund in der Stimmarbeit

In einem Praktikum an einer Klinik bin ich dann mit Hugo dem Therapiehund in Berührung gekommen und habe mich seither mit dem Thema tiergestützte Pädagogik und Therapie befasst. Die Idee geht auf einen Kinderpsychotherapeuten namens Levinson zurück. Dieser arbeitete mit einem Kind das jeden Zugangsversuch abblockte. Irgendwann hatte er dann zufällig seinen Hund mit in der Therapie und das Kind konnte sich über den Hund dem Therapeuten gegenüber öffnen. Seither gibt es jede Menge Forschung auf dem Gebiet der Anwendung von Tieren in Therapie und Pädagogik.

Auf dem Gebiet der Stimmarbeit werden Hunde momentan vor allem in der Logopädie eingesetzt. Der Deutsche Bundesverband für Logopädie hat zum Beispiel dazu 2012 eine Studie veröffentlicht in deren Ergebnis es heißt:

- Der Einsatz eines speziell ausgebildeten Therapiebegleithundes in der logopädischen Therapie hat einen Mehrwert gegenüber der logopädischen Therapie ohne Einsatz eines Hundes.

- Der Therapiebegleithund stellt eine unspezifische heilungsfördernde Maßnahme in der logopädischen Therapie dar und trägt zum Heilungserfolg bei.

- Der Therapiebegleithund stellt in der logopädischen Therapie einen Faktor dar, der als Kommunikationsinitiator wirkt und die Kummunikationsbereitschaft des Patienten fördert.

 

Ich habe mich gefragt warum Stimmbildner, Gesangslehrer und Stimmpädagogen sich diese Vorteile nicht zunutze machen. Es gibt auch auf diesem Gebiet einige Studien und Feldversuche. Ich selber möchte jedenfalls dafür sorgen dass ich, genau so wie meine Schüler/innen und Patienten/innen, von der positiven Wirkung des tiergestützten Verfahrens profitieren können. Ich glaube dass Hunde nicht nur in der Logopädie oder der allgemeinen Pädagogik oder in der Psychotherapie sinnvoll eingesetzt werden können sondern auch in der Stimm- und Musikpädagogik. Da der Einsatz von speziell ausgebildeten Therapiehunden in der Gesangspädagogik noch eher unbekannt ist dokumentiere ich meine Arbeit und Erfahrungen mit dem Hund für weitere Forschung und künftige Veröffentlichungen.


Oskar der Schul und Therapiehund

Oskar wurde am 29.11.2017 in Letmathe durch die private Züchterin Nicole Gärtner geboren. Oskar ist eine gesunde, freundliche, gelehrige, neugierige und entspannte französische Bulldogge die ihrer Rasse alle Ehre macht.

 

Auch wenn er hin und wieder gerne spielt und tobt ist er doch generell ein extrem genügsamer und entspannter Hund. Am aller liebsten liegt er in der Sonne und schläft, am besten wenn er dabei noch den Bauch gekrault bekommt. 

Oskars Ausbildung zum Therapiehund:

 

Bereits seit seiner 13. Lebenswoche begleitet mich Oskar täglich bei meiner Arbeit. Er ist sowohl in meiner Stimmakademie als auch bei meinen Chorproben und Seminaren anzutreffen. Meist schaut er dabei neugierig die Schüler und Teilnehmer an, lässt sich von ihnen kraulen, spielt mit ihnen oder liegt auf seiner Hundedecke am Klavier und schläft. Im Welpen und Junghunde Alter geht es vor allem darum die Bindung zwischen Therapiehund und Hundeführer zu stärken und zu festigen so wie unterschiedliche Menschen und Situationen kennen zu lernen um Später souverän mit ihnen umgehen zu können. Die ersten Kommandos wie "sitz", "platz", "komm" und "bleib" werden nach und nach trainiert. Mithilfe eines professionellen Hundetrainers und regelmäßiger Übungseinheiten lernt Oskar den Grundgehorsam den er für seine zukünftige Ausbildung benötigt. 

 

 

Nach intensiver Vorbereitung waren wir am 08.06.2018 bei der Eignungsprüfung zur Aufnahme der Ausbildung zum Therapie-Hunde-Team. Am 29.06.2018 wurde uns das Bestehen dieses Tests bescheinigt: "Oskar überzeugte durch ein durchweg offenes und freundliches Wesen. Er meisterte neue Situationen sehr gut, zeigte auch bei der Untersuchung durch die Testperson nur vereinzelt Beschwichtigungssignale. Es konnte keinerlei agressives oder Drohverhalten beobachtet werden.(...) Er war stets freundlich dem fremden Menschen gegenüber. (...) Oskar reagiert in aufgeregten Situationen recht besonnen und sprang keinen Menschen an. Laute Geräusche und seltsame Objekte stören ihn überhaupt nicht.(...) Insgesamt zeigte sich während des gesamten Tests ein vertrauter Umgang zwischen Besitzer und Hund. (...) Wir halten Thomas Melcher und seinen Rüden "Oskar" für geeignet, um mit der Ausbildung zum Therapie-Hunde-Team zu beginnen." Ab Oktober 2018 beginnt unsere professionelle Ausbildung.